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  geschichte und kunst

 

Das Äußere der Basilika

Gesamtansicht der Basilika des hl. AntoniusDie Basilika des heiligen Antonius - wie wir sie heute sehen - ist in drei verschiedenen Bauabschnitten von insgesamt 70 Jahren errichtet worden: 1238-1310.

Zu Antonius' Zeiten stand dort eine kleine Kapelle, die der heiligen Maria Mater Domini (Mutter Gottes) geweiht war und die dann in die Basilika eingebaut wurde: es ist die Kapelle der Schwarzen Madonna (Madonna Mora).

Neben ihr wurde 1229 das Kloster der Brüder erbaut, das wahrscheinlich Antonius selber gegründet hat. Antonius starb im Jahr 1231 in Arcella, im Norden der Stadt Padua, in einem Klarissenkloster; seinem Wunsch entsprechend wurde er aber in der Kapelle Santa Maria Mater Domini beigesetzt.
Der Grundstein des ersten Teiles der Basilika wurde 1238 gelegt; erbaut wurde eine kleine einschiffige Franziskanerkirche mit kurzer Apsis; erst später kamen die beiden Seitenschiffe, die vielen Kapellen, Kuppeln und Türme hinzu, die wir heute bewundern können.

Das Innere der Basilika

Innenansicht der Basilika des hl. AntoniusDie Basilika vermittelt gleich am Eingang einen gotischen Eindruck; trotzdem fallen die zwei unterschiedlichen Stilrichtungen auf: die der zwei Seitenschiffe und die der Apsis. Nicht nur, weil die Apsis zur Gänze mit Freskomalereien ausgestattet ist, sondern vor allem wegen der unterschiedlichen Bauarten.
In der halbdunklen Kirche gehen die mächtigen, romanischen Strukturen harmonisch in die gotischen Pfeiler über.

Typisch für das Heiligtum sind die vielen, teils einfachen teils prunkvollen Grabmäler, die zu Ehren einiger Adeliger, Gelehrter und Kirchenfürsten vor allem zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert errichtet worden sind. Heute werden solche Monumente in unseren Kirchen weniger geschätzt.

Trotzdem sollte man den Kunstwert dieser Grabmäler und das Zeugnis sozialer und kultureller Tradition, das sie uns hinterlassen haben, nicht übersehen. Aber die wenigsten Besucher interessieren sich für diese Sarkophage. Auf der Fassadeninnenwand, über dem Haupteingang, befindet sich ein großes Fresko von Pietro Annigoni (1985): Antonius predigt auf dem Nussbaum. Dies hat sich in Camposampiero bei Padua ereignet, wo Antonius kurz vor seinem Tod eine Ruhepause (von Mitte Mai bis zum 13. Juni) einlegt. Den einfachen oder kranken, gleichgültigen oder neugierigen Menschen (man beobachte die drei kleinen Kinder) und seinen Ordensbrüdern (zu Antonius' Füßen ist der selige Luca Belludi zu erkennen) deutet Antonius das Evangelium; auf dem Fresko zeigt er auf die Heilige Schrift - die Quelle des Lichtes und des Lebens.


Die Pfeiler-Madonna

Stefano da Ferrara, Madonna vom Pfeiler, XIV Jh

Auf dem ersten Pfeiler des linken Seitenschiffes lädt eine liebliche Madonna von Stefano da Ferrara (um 1350) zum Gebet ein.

Man lege weniger Wert auf die Engel und Apostel, die erst später hinzugefügt worden sind; ebenso die Diademen der Madonna und des Kindes, die aus dem 17. Jahrhundert stammen.

Der erste Altar im linken Seitenschiff ist dem heiligen Maximilian Kolbe, dem Märtyrer von Auschwitz, gewidmet. Das Altarbild von Pietro Annigoni (1981) zeigt das Lebensopfer des polnischen Franziskaner-Minoriten.



 






Die Sakramentskapelle

L. Pogliaghi,  Sakramentskapelle. 1926-36

Die Sakramentskapelle wurde 1457 im gotischen Stil erbaut, um die Grabmäler des Gattamelata und seiner Familie aufzunehmen. Aus den Wänden ragen die Sarkophage des Kondottiere Erasmo da Narni (Gattamelata genannt, +1443; links) und seines Sohnes Giannantonio (+ 1456; rechts) hervor. Die Skulpturen stammen von Gregorio d'Allegretto (1458). 1651 wurde sie zur Sakramentskapelle umgestaltet.


Die jetzige reiche Dekoration geht auf Ludovico Pogliaghi (1927-36) zurück, der das Geheimnis der Eucharistie verherrlichen wollte. Hierfür verwendete er reichlich Marmor, Bronze und Kunstwerke: die Pracht ist Ausdruck des Glaubens an die eucharistische Gegenwart Christi.








Die Kapelle des heiligen Jakobus


Kapelle des hl. Jakobus, Gesamtansicht, 1374

Genau gegenüber der Grabkapelle des Heiligen liegt die Jakobuskapelle. Sie gehört auf Grund ihrer Architektur und ihrer herrlichen Fresken zu den Hauptwerken des italienischen Trecento (14. Jahrhundert).

Im Jahr 1372 wurde sie im Auftrag von Bonifacio Lupi, Graf von Soragna (Parma) als Familienkapelle errichtet; dieser hatte bei der Familie Carraresi in Padua wichtige diplomatische und militärische Aufträge. 

Die eleganten, gotischen Entwürfen der Kapelle entstammen dem damals größten Architekten und Bildhauer Venedigs: Andriolo de Santi. Die Kapelle weist auch fünf Kleeblattbögen auf.



Die Kreuzigung

Altichiero da Zevio, KreuzigungIns Auge fällt die großartige, dreiteilig angelegte Kreuzigungsgruppe an der Rückwand, dessen Restaurierung im Jahr 2000 vollendet wurde. Es ist dies ein Hauptwerk des Altichiero da Zevio (Verona), der bekannteste, italienische Maler des 14. Jahrhunderts.

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Die Geschichte des heiligen Jakobus: In den acht oberen Lünetten und an den Seitenwänden sind Szenen aus dem Leben des hl. Jakobus, dem Patron Spaniens, dargestellt, die der Legenda Sanctorum oder aurea von Jacopo da Varazze (1255?) entnommen sind. Es war dies eine damals verbreitete Erzählung, die die Volksfrömmigkeit pflegte, die den Traditionen und Legenden breiten Raum ließ und den Künstlern Stoff für ihre Werke bereithielt. Es geht um den Apostel Jakobus, den Bruder des Johannes; dessen Heiligtum liegt in Compostela (Galizien, Spanien) und war vor allem vom X. bis zum XV. Jahrhundert Ziel aller Pilgerschaften. Die Fresken stammen von Altichiero da Zevio und seinem Schüler Jacopo Avanzi aus Bologna, dessen Pinselstrich nicht immer unterscheidbar ist.

Die Führung bringt uns nun zum Kapellenkranz: dabei gehen wir rechts am Ausgang zum Kreuzgang der Magnolie und am Eingang zur Sakristei vorbei; links davon befindet sich hingegen der Hochaltar.

 

Die Segnungskapelle


n dieser Kapelle finden sich die Pilger ein, um auch ihre Gegenstände segnen zu lassen, die sie als Erinnerung an den Besuch und den Gnadenerweis in der Basilika mit nach Hause nehmen. Aber die Aufmerksamkeit fällt wiederum auf die Fresken, diesmal von Pietro Annigoni, die ein wesentliches Thema entfalten: den Sündenfall.

Die Fischpredigt links, 1981 vollendet: die Begebenheit hat sich - der ältesten Quelle „Actus beati Francisci et sociorum eius" (1327-40) zufolge - in Rimini im Jahr 1223 an der Mündung des Flusses Marecchia ereignet.

Häretiker und Katharer verhinderten den heiligen Antonius am Predigen, so dass er sich vom Dorf entfernte und mit den Fischen zu sprechen begann. Diese kamen sehr zahlreich und hörten ihm zu. Der Künstler stellt sich den Heiligen auf einem großen Felsen stehend vor (wie Christus); Antonius vermittelt einen Glauben, der von den zahlreichen Fischen bildlich dargestellt ist. Neben Antonius steht ein zweifelnder Zeitgenosse, den das rege Treiben der Fische Angst macht. Hinter dem Heiligen scheint das Chaos zu herrschen: Menschen und Dinge, alles ist in Aufruhr und scheint zu zerfallen. So endet die Welt, die Gott verleugnet.


P. Annigonni, Crucifixion, 1981 Antonius tritt gegen Ezzelino da Romano auf (1982). Der Cronica des paduanischen Notars Rolandino (1262) zufolge hat sich die Begebenheit, die auf dem Fresko festgehalten ist, kurz vor seinem Tod, also im Mai 1231, zugetragen. Die Freunde des Rizzardo aus San Bonifacio bei Verona hatten Antonius gebeten, bei Ezzelino III. da Romano vorzusprechen und um die Freilassung ihres Bekannten und anderer Mitglieder seiner Partei zu bitten. Leider kann Antonius nichts ausrichten. Der Künstler hält diesen entscheidenden Moment fest: Die Verneinung, die keine Hoffnung aufkommen lässt.

Die Haltung der Hände drückt die Hartnäckigkeit des Tyrannen aus. Hinter ihm ist sein Ich dargestellt: der Teufel, der Verführer. Aber Ezzelino fühlt sich trotzdem nicht wohl: er beugt sich nach vorne zu Antonius und verzieht den Mund, als ob er Antonius' Mut und Überzeugung analysieren möchte.

Antonius hält die Heilige Schrift in seinen Händen, doch diese ist für den Tyrannen bereits ein verschlossenes Buch. Der Heilige verspürt schließlich Mitleid mit dem in sich gekehrten Ezzelino. Im Hintergrund sind die Schatten der Gefangenen und ihrer Gefängnishüter zu erkennen.

Die Kreuzigung (1983). - Die Proportionen, das Abheben der scheinbaren Wand, die das Kruzifix bildet, lösen eine starke Reaktion aus. Unser Blick folgt entsetzt den gebeugten und mit Blut übergossenen Beinen Christi. Die Brust neigt nach vorne, der Bauch ist angeschwollen - die Wahrheitstreue ist nicht zu übersehen. Die Arme sind überstreckt, der ganze Körper scheint herunterzufallen. Die Seelenqualen sprechen aus Christi Antlitz. Die feuchte und bleierne Umwelt durchfährt ein Blitz: das einzige Lebenszeichen der Natur, um die Aufmerksamkeit nicht zu verlieren. Im oberen Teil leuchtet ein scharlachrotes Licht, das Licht der Liebe und des Blutes, das den Sinn enthüllt und das Leid Christi verstärkt, der zu murmeln scheint: "Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?"

Nun begeben wir uns wieder in den Kapellenkranz und beruhigen unser Herz mit einem Blick nach oben in die hohen Bögen der Apsis der Basilika. Rechts kommen wir an der Amerikanischen Kapelle vorbei, die der heiligen Rosa von Lima (1586-1617) - der Patronin Amerikas, der Philippinen und Indiens - geweiht ist; darauf folgt die Deutsche Kapelle oder Kapelle des heiligen Bonifaz (673-755), der Deutschland evangelisiert hat und schließlich die Kapelle des heiligen Stefanus, des ersten Märtyrers der Christenheit, die der italienische Maler Ludovico Seitz (1907) mit Fresken ausgemalt hat.

So erreichen wir die Mitte des Kapellenkranzes: die Schatzkapelle.


Die Schatzkapelle


P. Annigoni, Kruzifix, 1981

Der Bau dieser barocken Kapelle wurde 1691 von Parodi, einem Schüler Berninis begonnen; da sie sich in dieser versteckten Position befindet, stört sie die Harmonik der Gotik in keiner Weise.

Die Architektur verwandelt sich vor unseren Augen in einen Triumph, der mit der Balustrade und den sechs Marmorstatuen des Parodi beginnt.

Hinter der Balustrade können die Besucher „den Schatz" bewundern, der der Kapelle ihren Namen gibt und der in drei Reliquiaren aufbewahrt ist.

Feierliche Engelscharen (Stuckarbeiten von Pietro Roncaioli da Lugano) begleiten den heiligen Antonius zur Glorie (Marmorausführung des Parodi).

Erinnerungen an den Heiligen (vor der Balustrade). Bevor wir uns zu den Reliquiaren begeben, fällt unsere Aufmerksamkeit auf einige Gegenstände des heiligen Antonius, die 1981 hier abgelegt worden sind.

Eine Rekognoszierung (Überprüfung der Echtheit) der Gebeine des hl. Antonius fand 1981 statt, 750 Jahre nach seinem Tod. Nach Untersuchung des Erhaltungszustandes wurden die Gebeine den Gläubigen zur Verehrung ausgestellt. Die Rekognoszierung (die letzte war 1263) brachte ans Licht, dass sich die sterblichen Überreste des Heiligen in einem hervorragenden Zustand befinden. Gesammelt waren sie in einem kleinen Holzbehälter, der in dem älteren Holzsarg lag, in welchem der Heilige bestattet worden war. Ärzte und Historiker haben das Aussehen des Heiligen rekonstruiert: etwa 1,70 Meter groß, von nicht sehr kräftiger Statur, edles Profil, eher länglich-schmales Gesicht, tiefliegende Augen, längliche Hände und schlanke Finger; etwa vierzig Jahre alt. Aufgefunden wurde auch:

  • Das Skelett des hl. Antonius (nun in einem Kristallbehälter zusammengesetzt und in einem Eichenschrein verwahrt), das am 1. März 1981 wieder an seinen alten Platz zurückgebracht wurde;

  • Andere Reste, die zum Großteil aus Staubpartikeln bestehen;

  • Das Ordenskleid aus bräunlicher Wolle;
    Außerhalb des großen Sarges fand man:

  • Eine Gedenktafel, auf der das Datum seines Todes, seiner Heiligsprechung und der Umbettung der sterblichen Überreste von der Kapelle Santa Maria Mater Domini (8. April 1263) eingemeißelt sind.

  • Zahlreiche Ringe (10 weiße, 50 schwarze) einer Kette oder eines Rosenkranzes.


Giuliani da Firenze, Reliquiar mit der Zunge des hl. Antonius, Detail, 1436Um dies besser zu verstehen, muss man auf das Jahr 1263 zurückgehen. Nach der zweiten Bauphase der Basilika fand in Padua das Generalkapitel der Franziskaner statt; der damalige Generalminister, der heilige Bonaventura, ordnete dabei an, die sterblichen Überreste des heiligen Antonius von der Kapelle der Schwarzen Madonna in die Mitte der Basilika (unterhalb der großen Kuppel vor den Hochaltar) umzubetten.


Bei dieser Gelegenheit wurde der Sarg zum ersten Mal geöffnet, vor allem, um Reliquien des Heiligen zu erhalten. Die Überraschung war groß, als man sah, dass die Zunge noch unversehrt war. Der heilige Bonaventura sprach dann - das Herz voller Bewunderung - das folgende Gebet:

Gesegnete Zunge, die du immerfort den Herrn gepriesen und viele Menschen angeleitet hast, ihn zu preisen. Jetzt erst wird offenbar, wie viel Gnade du gefunden hast bei Gott.

Zu jener Zeit beschloss man, die Zunge, das Kinn, den linken Unterarm und manch kleinere Reliquie aufzubewahren. Den Rest wickelte man in rote Seidentücher und legte sie in den kleinen oben genannten Holzsarg.

Die letzte Rekognoszierung von 1981 hat historische, technische und kunsthistorische, anthropologische und medizinische Studien über die Reste zugelassen. Die Gebeine des heiligen Antonius wurden daraufhin auf ein Kissen gebettet und in einen Kristallsarg gelegt. Dazu kamen zwei kleiner Glaskästchen mit den anderen Überresten. Der Kristallsarg wurde in einen Eichenholzsarg gegeben und hinter den Grabstein zurückgelegt.

In der Schatzkapelle sind hingegen ausgestellt:
Das Ordenskleid, die zwei Holzsärge, die Schnur und die zwei Siegel, die drei roten Seidentücher, die zwei großen goldenen Stoffreste, die Gedenktafel, die Geldstücke und die Ringe.

Reliquiar mit dem Kieferknochen des hl. Antonius, 1349Der "Schatz" ist in drei Nischen aufbewahrt. Er besteht aus Reliquien des heiligen Antonius und anderer Heiliger, aber auch aus zahlreichen Dankesgaben oder einfachen Geschenken, die berühmte Pilger dem Heiligen Paduas dargebracht haben. Die Aufmerksamkeit sollten aber die Reliquien des heiligen Antonius auf sich ziehen, die sich in der Mitte befinden: vor allem die Zunge des Heiligen. Man erwarte sich keine feuerrote Zunge. Trotzdem ist es unerklärlich, dass sich ein solches anatomisches Körperteil erhalten hat. Noch 770 Jahre nach dem Tod des heiligen Antonius stellt diese Zunge ein ewiges Wunder dar: einzigartig in der Geschichte und reich an religiöser Bedeutung - ist es doch das Zeichen des Evangelisierungswerkes des heiligen Antonius.

Das Reliquiar ist ein graziöses und delikates Werk der Harmonie aus vergoldetem Silber von Giuliano da Firenze (1434-36).

Die Kinnreliquie (oben). Dabei handelt es sich um das Unterkiefer; es ist in einem Reliquiar aufbewahrt, das eine Art Büste bildet und aus einer Glaskugel besteht. Der Kardinal Guy de Boulogne-sur-Mer ließ es 1349 zum Dank für ein Wunder anfertigen. Er selbst brachte es ein Jahr später nach Padua und ließ die Kinnreliquie darin aufbewahren.

Die Knorpel der Stimmbänder
(unten). Auch diese Teile des menschlichen Leibes des heiligen Antonius haben die Aufmerksamkeit der Wissenschaftler bei der letzten Rekognoszierung 1981 auf sich gezogen, obwohl ihr guter Zustand keine Besonderheit darstellt. Trotzdem wollte man sie den Verehrern des Heiligen nicht vorenthalten. Das Reliquiar stammt aus Treviso; der Künstler ist Carlo Balljana.

Nun verlassen wir die Schatzkapelle und kommen rechts zur Polnischen Kapelle oder Kapelle des heiligen Stanislaus (+ 1079); diesen Bischof und Märtyrer verehrt Polen als seinen Patron. Gleich anschließend befinden sich die Österreich-ungarische Kapelle oder Kapelle des heiligen Leopold (1075-1136), der aus Ungarn stammte und Patron Österreichs ist, die Franziskus-Kapelle und die Josefs-Kapelle.

 

Die Kapelle der Schwarzen Madonna (Madonna Mora)

Rinaldino di Puy Darlieux, 1396Die nächste Kapelle zu unserer Rechten ist die Kapelle der „Schwarzen Madonna". Nun befinden wir uns in der ursprünglichen kleinen Kirche der Santa Maria Mater Domini aus dem 12.-13. Jahrhundert. Hier hat Antonius mit Sicherheit gebetet und hier wollte er auch sterben (doch hat ihn der Tod noch vor Erreichen der Kirche ereilt). In ihr wurde er dann aber beigesetzt und ruhte hier bis zum Jahr 1263.
Die Statue der Schwarzen Madonna über dem Altar ist 1396 von Rainaldino di Puy-l' Evéque realisiert worden. Die Paduaner haben sie „Madonna Mora" genannt, weil sie ein farbiges Gesicht hat, der liebenswerte Ausdruck „Mora" verrät aber auch die Zuneigung zu ihr.

Gleich anschließend betreten wir die Luca-Belludi-Kapelle, die auch Kapelle der Heiligen Philipp und Jakobus des Jüngeren genannt wird. Sie wurde in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts errichtet und nach dem seligen Luca Belludi benannt, einem Gefährten des heiligen Antonius, der hier unter dem Altar begraben liegt. Die Studenten Paduas pflegen es, vor ihren Prüfungen diese Kapelle aufzusuchen und ihren Patron um seine Fürsprache zu bitten.

Die Kapelle ist jedoch den Heiligen Philipp und Jakobus geweiht. Der Florentiner Giusto de' Menabuoi hat sie um das Jahr 1382 mit den Fresken versehen, die heute nach der Restaurierung wieder in altem Glanz erscheinen.
Der Sarkophag an der Wand ist heute leer. Der Altar stammt aus dem 13. Jahrhundert und vielleicht hat der heilige Antonius von 1263 bis 1310 in ihm vor dem Presbyterium in der Basilika gelegen.


Die Grabkapelle des heiligen Antonius


Kapelle des hl. Antonius, Gesamtansicht, XVI JhDas Grab des heiligen Antonius wird auch "Arca" gennant. In dieser Kapelle befindet sich seit 1350 unter dem Altar auf Menschenhöhe das Grab des Heiligen.


Sie stammt aus der Renaissance (um 1500 begonnen, Ende des 16. Jahrhunderts fertiggestellt), ist aber gotischen Stils. Die Fresken sind von Stefano da Ferrara, der auch die Madonna am Eingang der Basilika gemalt hat. Entworfen hat sie wohl Tullio Lombardo.


Der Altar ist etwas zu prunkvoll, doch der Künstler, Tiziano Aspetti, war an die Höhe des bereits gebauten Grabes gebunden. Die Statuen des Altares (der heilige Antonius zwischen dem heiligen Bonaventura und Ludwig von Angió) stammen vom selben Künstler, während die Kerzen tragenden Engel und die kleinen Kerzenständer von anderen Bronzekünstlern sind. Die größeren Engel aus Marmor sind hingegen von Filippo Parodi aus dem 17. Jahrhundert.
An den Wänden finden sich neun Marmorreliefs mit Szenen aus dem Leben und der Wunder des hl. Antonius. Von links beginnend:


1) „Einkleidung des hl. Antonius" (Antonio Minello, 1517);

2) „Der Eifersüchtige erdolcht seine Ehefrau" (Giovanni Rubino und Silvio Cosini, 1529-36);

3) „Der hl. Antonius ruft einen jungen Mann ins Leben zurück" (Danese Cattaneo und Girolamo. Campagna, 1573);

4) „Wiederbelebung eines ertrunkenen Mädchens" (Iacopo Sansovino, 1563);

5) „Der hl. Antonius holt ein ertrunkenes Kind ins Leben zurück" (Antonio Minello und Iacopo Sansovino, 1536);

6) „Das Herz eines Wucherers" (Tullio Lombardo, 1525);

7) „Der abgehackte und wieder angefügte Fuß" (Tullio Lombardo, 1504);

8) „Das auf den Boden gefallene und heil gebliebene Glas" (Giovanni Maria Mosca und Paolo Stella, 1520-29);

9) „Ein Neugeborenes bezeugt die Unschuld seiner Mutter" (Antonio Lombardo, Bruder des Tullio 1505).




Der Chor und das Presbyterium

Presbyterium der Basilika des hl. AntoniusUm den Altarraum besuchen zu dürfen, wende man sich an einen Aufseher.

Einen Moment innehalten sollte man, um die malerische Ausgestaltung der Wände und der Bogengänge des Chores und der Apsis zu betrachten: Achille Casanova aus Bologna hat sie von 1903 bis 1939 in mühevoller Arbeit geschaffen.
Hinter dem Altar erstreckt sich der große Chor (18. Jh.). Hier kommen mehrmals am Tage die Ordensleute des Konventes zusammen, um das Göttliche Offizium zu verrichten. In ihre Gebete schließen sie stets jene Menschen ein, die sich vertrauensvoll an sie wenden. Bis 1649 befand sich der Chor vor dem Altar, wie es heute noch in den anglikanischen Kirchen zu beobachten ist.


Nach dem Konzil von Trient wanderte der Chor langsam hinter den Altar, damit die Gläubigen der Liturgie besser folgen konnten. Der heutige Chor geht auf die Mitte des 18. Jahrhunderts zurück; er wurde nach Plänen von G. Massari gestaltet, nachdem ein furchtbarer Brand 1749 den Chor verwüstet hatte, den Lorenzo und Cristoforo Canozzi von 1462 bis 1469 mit kostbaren Bildhauer- und Intarsienarbeiten versehen hatte.
Unter dem gewaltigen Schrank, der die Chorbücher enthält, befindet sich jetzt das Grab des Florentiners Lorenzo Alberti (gestorben 1421); er ist der Vater des berühmten Architekten Leon Battista.

Auf der linken Seite erhebt sich der Bronzekandelaber, ein Werk von Andrea Briosco, genannt Riccio (1515): wegen seiner Ausmaße und seiner künstlerischen Meisterschaft wird er als der schönste Kandelaber der Welt angesehen. In den Seitenwänden des Chores sind zwölf Bronzetafeln eingefügt mit Darstellungen des Alten Testamentes, von B. Bellano (1488) und A. Briosco (1507).

Dominierend ist das wunderschöne Kruzifix des Donatello (1444-1450). Es stellt ein fundamentales Werk der italienischen Kunst, aber auch der Renaissance im allgemeinen dar. Maria reicht vom Thron aus das Jesuskind zur Anbetung dar, in mütterlicher und königlicher Haltung. Zu ihren Seiten sechs Statuen der Heiligen Franziskus, Justina und Ludwig von Frankreich (vom Betrachter aus links) und der Heiligen Antonius, Daniel und Prosdocimus, des ersten Bischofs von Padua (rechts). Bronzetafeln zeigen Wunder des hl. Antonius, die Symbole der Evangelisten, sowie singende und musizierende Engel. In der Mitte der tote Christus zwischen zwei klagenden Engeln.

Die Grablegung. - Diese befindet sich auf der Rückseite des Hochaltars und ist aus Nanto-Stein, der auf den Colli Berici (bei Vicenza) abgebaut wird. Vier Apostel legen den Leichnam Christi ins Grab; im Hintergrund beweinen die Frauen die Szene. In der Mitte befindet sich Maria Magdalena, der der große Schmerz merklich ins Gesicht geschrieben steht: der Schmerz der Einsamkeit und der Erinnerung an die Sünde. Denn die Sünde ist der tiefste Sinn des Todes.

Noch immer hinter dem Altar bewundern wir das Eselswunder. Der Künstler - Donatello - verstand es in einmaliger Weise, kleine Plätze mit unerwarteter Größe und Tiefe zu füllen und Linien, Dekorationen und Materialien verschiedenster Farben zu verwenden. Der Blick wird nun sozusagen geleitet und führt uns zum Altar, wo die Anwesenheit Gottes zu spüren ist: es ist einerseits die Heiligkeit und der Glaube des heiligen Antonius, andererseits die leise Stimme der Natur, die uns dieses Gespür vermitteln. Und die Menschen, die sich vor dem Altar zusammenfinden, geben Zeugnis davon ab.

Wie alle großen Künstler und Genies geht auch Donatello über die Kultur und Mode seiner Zeit hinaus und wirkt immer noch modern. Das äußerst tiefe Relief verformt die Gestalten, die uns kleiner und dicker erscheinen und einen malerisch anziehenden Effekt auslösen. Diese Technik hat ihren Florentinischen Ausdruck erhalten und nennt sich immer noch "schiacciato" (zerdrückt).

An der rechten Seite stellt Donatello den heiligen Antonius dar, der ein Neugeborenes zum Sprechen bringt (um die vom Ehemann angezweifelte Unschuld der Mutter zu bezeugen). Rechts unten hingegen erkennen wir den Stier (beflügelt und wie mit einem Heiligenschein umgeben - Zeichen der Heiligkeit - in diesem Fall des Evangelisten Lukas) und links unten den Löwen (Symbol des heiligen Markus).

Vom Hauptschiff der Kirche blickt man auf den Hochaltar. Den Chor grenzt eine elegante Balustrade ab, die mit vier Bronzestatuen von Tiziano Aspetti (1594) gekrönt ist. Den feierlichen Raum beherrschen die Meisterwerke Donatellos. Die Skulpturengruppe ist das berühmteste Kunstwerk der Basilika. Die jetzige Anordnung der 30 Skulpturen ist das Werk von Camillo Boito (1895), der auch den Hochaltar gebaut hat.

Die 14 Engel und die Beweinung Jesu. Den 10 musizierenden und den vier singenden Engeln gilt unsere Sympathie, vor allem weil sie auf kindliche Art ihre Rolle spielen.
Die Beweinung des toten Jesus in der Mitte schreibt eine traurige Seite der Geschichte.

Auf der kleinen Tür des Tabernakels erkennen wir den toten Christus auf dem Grabstein erhoben (1496, Künstler unbekannt). Zu unserer Linken: Antonius heilt das Bein eines Jünglings wieder an (das er sich aus Verzweiflung abgehauen hatte); zur Rechten: das Herz des Wucherers (das der Arzt nicht an der rechten Stelle vorfindet, sondern in seiner Geldtruhe).

Heiligen JustinaDie heilige Justina und der heilige Daniel. - Oberhalb des Altares zu unserer Linken: die heilige Justina (junge Märtyrerin aus Padua, die bereits seit dem V. Jahrhundert verehrt wird und der die grandiose Basilika in Prato della Valle geweiht ist), rechts der heilige Daniel (junger Diakon Paduas, Märtyrer des IV. Jahrhunderts, dessen Gebeine im Dom ruhen).
Auf den beiden Seitenflügeln des Altares erkennen wir links unten einen Engel (Symbol für den heiligen Matthäus), darüber den heiligen Ludwig von Frankreich, rechts unten den Adler (Symbol für den Evangelisten Johannes) und darüber den heiligen Prosdocimus.
Heiligen Ludwig von FrankreichDer heilige Ludwig von Frankreich und der heilige Prosdocimus: Ludwig von Frankreich (127-497) war Sohn Karls II. von Angió, König von Neapel: er verzichtete auf die Erbschaft und bevor er Bischof von Toulouse wurde, wollte er den Franziskanern beitreten. Seine Entscheidungen riefen allgemeine Bestürzung hervor. Er starb mit 23 Jahren.
Heiligen ProsdocimusDer heilige Prosdocimus (zweite Hälfte des III. Jahrhunderts) war Grundsteinleger der Stadt Padua und ihr erster Bischof. Sein hohes Alter ist bei der letzten Rekognoszierung seiner Gebeine, die in der Basilika der heiligen Justina ruhen, bestätigt worden.

Heiligen FranziskusHeiligen AntoniusDie Heiligen Franziskus und Antonius. An den beiden Seiten der Mutter Gottes stehen die Heiligen Franziskus und Antonius, die großen Protagonisten des 13. Jahrhunderts.

 

MariaMaria und das Jesuskind: Das zentrale Thema der Darstellungsgruppe des Donatello ist die junge und lebensfrohe Mutter Gottes.

 

Das KruzifixDas Kruzifix. - Hinter der Jungfrau dominiert das Kruzifix den Raum. Wie die Größe ahnen lässt, wurde es nicht für den Altar, sondern für den Kirchenraum realisiert.


Die Sakristei

St. Anthony’s Basilica, panoramic view of Sacristy. Bevor wir in die Sakristei treten, kommen wir in einen Vorraum, der wertvolle Fresken enthält. Sie gehen auf einen Schüler Girolamo Tessaris zurück. Sie stellen zwei Wunder des heiligen Antonius dar: die Fischpredigt und das auf den Boden gefallene und heil gebliebene Glas (beide aus dem Jahr 1528).In der Lünette oberhalb der zugemauerten Tür fällt unsere Aufmerksamkeit auf ein Fresko aus dem 13. Jahrhundert: Die Jungfrau Maria mit Kind zwischen den Heiligen Franziskus und Antonius.

In der Sakristei möge man zuerst die Decke bewundern, die Pietro Liberi mit Fresken versehen hat, die die Glorie des heiligen Antonius singen. (1665)
Zu unserer Rechten füllt ein Wandschrank den Raum aus, den Bartolomeo Bellano (1469-1472) angefertigt hat.

Die zehn Intarsien stammen von Lorenzo Canozzi (1474-1477); sie stellen von links beginnend die Heiligen Bernhardin und Hieronymus, Franziskus und Antonius, Ludwig von Frankreich und Bonaventura dar; darunter einige Stillleben mit Büchern und Liturgischen Gegenständen. An den anderen Seitenwänden Fresken von Francesco Suman (1847).

Durch einen schmalen Gang gelangen wir noch in den Kapitelsaal („Kapitel" nennen sich die Versammlungen der Brüder). Die ursprünglichen Fresken stammten von Giotto, doch ist von diesen nicht viel übrig geblieben.



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